Im Rahmen der Neukundengewinnung durch Empfehlungen eröffnen sich durch die kostenlosen Internetdienste wie Google Places, Gowalla und Foursquare interessante Möglichkeiten. Doch was stellt man sich denn unter einem Location Based Service vor? Hier zeigen wir Ihnen die drei empfehlenswerten Services.
Google Places ist eine Art Internet-Branchenbuch mit Zusatzinformationen. Hier können Sie selbst einen Eintrag für Ihr Unternehmen mit Anschrift und Kontaktdaten anlegen. Unternehmensprofile in Google Places sind u.a. mit Bewertungsportalen wie Qype oder Yelp verknüpft und zeigen so auch die Verbraucher-Beurteilungen dieser Portale direkt im Profil an. Bei einer entsprechend regional ausgerichteten Suchanfrage wird Ihr Google Places-Eintrag direkt und eventuell auch kommentiert in den Suchergebnissen oder in Google Maps angezeigt. Millionen von Internetnutzern suchen in Google oder Google Maps nach regionalen Unternehmen, Produkten oder Dienstleistungen. Das bedeutet: Durch ein Profil bei Google Places erhöhen Sie Ihre Reichweite im Web, den Bekanntheitsgrad Ihres Unternehmens beziehungsweise Ihrer Produkte und gewinnen so mehr Neukunden.
Gowalla und Foursquare
Diese beiden vom Prinzip her gleichen Internetdienste funktionieren wie eine Art soziales Netzwerk und bieten zusätzlich ortsbezogene Dienste an. Mit einem Smartphone und der kostenlosen Handy-App können Nutzer so neue Locations in der Nähe ihres Aufenthaltsortes entdecken. Der Dienst nutzt dabei die GPS-Fähigkeit der Geräte, um den aktuellen Standort der Benutzer zu bestimmen.
Die Internetdienste beinhalten ein Programm zum Spielen und Punktesammeln. Im Mittelpunkt des Spiels stehen die „Spots“ oder Venues“. Übersetzt versteht man darunter einen Veranstaltungsort wie beispielsweise ein Hotel, Restaurant, Bar, Geschäft, Platz oder Sehenswürdigkeit. Sobald man sich an einem Ort aufhält, den man anderen auf Foursquare, Twitter oder Facebook mitteilen möchte, kann man dort „einchecken“.
Nutzer können nicht nur bei Locations „einchecken“, sondern über diese auch Informationen, Meinungen und Tipps hinterlassen. So können sie sich so über Örtlichkeiten, Produkte und Dienstleistungen untereinander austauschen. Sie profitieren von den Tipps derjenigen, die bereits an einem Ort waren, an dem man eingecheckt hat. So erfahren diese beispielsweise, welches Gericht in einem bestimmten Restaurant am besten schmeckt oder wo der Service besonders empfehlenswert ist - Empfehlungsmarketing eben!
Für jeden Check-in und neu angelegte Location erhalten Foursquare-Nutzer Punkte. Zum Bürgermeister oder Mayor wird derjenige, der innerhalb von 60 Tagen am häufigsten dort eincheckt. Der Titel währt aber nicht ewig. Checkt danach ein anderer Nutzer in dieser Location öfter ein, geht der Titel des Mayors an ihm über.
Zur Motivation bekommen Nutzer schon davor sogenannte „Badges“ als Auszeichnung verliehen, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt werden. So erhält beispielsweise einen Swarm Badge, wenn man sich gemeinsam mit einer bestimmten Anzahl anderer in einer Venue eincheckt. Wie erfolgreich man war, erfährt man anhand einer wöchentlichen Rangliste.
Neben dem Sammeln von Punkten, Badges und dem Wettkampf um die Mayorships, erhalten Nutzer aber auch Informationen, Empfehlungen und Tipps zu nahegelegenen Locations sowie die Möglichkeit, sich spontan mit Freunden zu treffen.
Anleitung für Unternehmen
Mit der Anmeldung bei Foursquare erfolgt dann quasi die legitime Inbesitznahme ihrer Venue. Beachten Sie, dass ihre relevanten Keywords in der Beschreibung/Description erscheinen. Vergessen Sie auch nicht, einen Link zu Ihrer Homepage zu setzen. Sind alle relevanten Angaben eingepflegt, können Sie aktiv neue Kunden werben bzw. treue Kunden an Ihr Geschäft binden, in dem Sie attraktive Angebote erstellen. Als Bar-Besitzer haben Sie beispielsweise die Option, einem Nutzer, der mehrfach bei Ihnen eincheckt, einen vergünstigten Cocktail anzubieten. Dem „Mayor“ Ihrer Location bieten Sie am besten besonders interessante Vergünstigungen oder Gratis-Leistungen an, da dieser ein hervorragender Multiplikator ist. Erhält er ein besonders reizvolles Angebot, zieht er damit gleichzeitig mehrere Gäste in Ihr Restaurant, die dort ebenfalls regelmäßig „einchecken“, um den „Mayor“-Titel zu erringen.
Geschäftsinhaber erhalten nach Legitimation Statistiken über alle Nutzer, die bei ihnen „eingecheckt“ haben. So können Sie sehen, welche Kunden zu welcher Zeit am häufigsten einchecken, in welchen Netzwerken davon berichtet wird, wie viele Kunden nach Rabattaktionen eingecheckt haben und was den Kunden gefällt oder auch nicht. So erhalten Sie wertvolle Informationen über Ihre Gäste und erkennen frühzeitig mögliches Verbesserungspotenzial, welches wiederum neue Empfehlungen generieren kann.
Fazit: Foursquare und Co. lassen sich nicht nur als Spielerei und Stadtführer nutzen, sondern sind vor allem hervorragend als Marketinginstrument für Unternehmen einsetzbar. Die mobilen Anwendungen von Location Based Services werden in kürzester Zeit über soziale Netzwerke und von Suchmaschinen erfasst. Das heißt, Empfehlungen, Kritiken und Angebotsaktionen werden dadurch wesentlich weiter und schneller verbreitet, als es beispielsweise persönliche Mund-zu-Mund-Propaganda könnte.
Was halten Sie denn von Location Based Services? Haben Sie schon selbst eins angewendet? Berichten Sie uns von ihren Erfahrungen.
Ich freue mich über Ihre Kommentare,
Dorothea Zeidler