In Führungspositionen finden sich in Deutschland kaum Frauen, obwohl es noch nie so viele qualifizierte Frauen gab wie heutzutage. Die Unternehmen tun sich allerdings immer noch schwer, führende Positionen mit Frauen zu besetzen. Dies würde erklären, warum Deutschland mit seinem Frauenanteil in der Wirtschaft sogar hinter den Philippinen und Südafrika zurückliegt. Es besteht akuter Handlungsbedarf, sonst wandern immer mehr hochqualifizierte Frauen aufgrund fehlender Perspektiven aus Deutschland ab. Ein Know-how-Verlust den die deutsche Wirtschaft nur schwer kompensieren könnte.
Je höher die Stufe der Karriereleiter, desto niedriger der Frauenanteil
Unternehmen die Führungspositionen mit Frauen besetzt haben, sind laut den Ergebnissen der Studie „Woman Matter“ von McKinsey viel erfolgreicher. Mit Frauen in der Führungsregie erwirtschaften Unternehmen mehr Gewinn als reine Männerbetriebe. Danach haben Unternehmen mit mehr als drei Frauen im Vorstand eine bis zu 53 Prozent höhere Rendite. Die Studie zeigt auch, dass gemischte Führungsgremien sowohl ökonomisch als auch hinsichtlich der Unternehmenskultur signifikant erfolgreicher sind. Im Ausland sind Frauen an der Spitze keine Seltenheit, dank Frauenquote. In Norwegen zum Beispiel bestehen die Aufsichtsratgremien bereits zu 42 Prozent aus Frauen, dank der Frauenquote. In Spanien, Frankreich und den Niederlanden liegen bereits entsprechende Gesetzentwürfe vor. Bei der Gleichstellung der Geschlechter belegt Deutschland Rang 13 und liegt damit hinter ärmeren Ländern.
Nach den Ergebnissen der DIW-Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2010, sind nur 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen in Deutschland Frauen. Daher geht die Diskussion über die gesetzliche Einführung einer Frauenquote in Deutschland in die nächste Runde. Bis 2015 sollte jede fünfte Führungskraft eine Frau sein. Auch die Politik setzt sich mit diesem Thema auseinander. Die CSU zum Beispiel, führte nach einem monatelangen Streit eine Frauenquote ein obwohl sich vor allem jüngere Parteimitglieder gegen eine Quote ausgesprochen hatten. Demnach müssen 40 Prozent der Posten im CSU- Vorstand und in den Bezirksvorständen mit Frauen besetzt werden.
Einige deutsche Unternehmen gehen hier mit einem guten Beispiel voran.
Als erstes Dax- Unternehmen führt die Deutsche Telekom freiwillig eine Frauenquote ein. Bis 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Zusätzlich zu der Frauenquote baut die Deutsche Telekom ihr Programm zur Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben aus. Das Unternehmen will flexible Elternzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte und Kinderbetreuungsangebote ausweiten sowie praktische Unterstützungsleistungen im Alltag bieten.
Aber ob eine Quote die beste Lösung ist, bleibt fragwürdig. In Deutschland stößt die Frauenquote nicht überall auf Begeisterung und dies überwiegend bei Frauen. Denn welche Frau möchte schon als Quotenfrau abgestempelt werden und eventuell nur wegen ihres Geschlechts und nicht wegen ihrer Kompetenz eingestellt werden?
Wie denken Sie über das Thema? Denken Sie, dass die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote die beste Lösung ist?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare,
Viele Grüße
Maja Nedeljkovic