Schon zu Beginn des Jahres, als Google Panda im englischsprachigen Raum an den Start ging, hatte die Neuerung für Aufsehen gesorgt. Das Update der Suchalgorithmen, mit dem Google gegen so genannte Content Farms im Internet vorgehen wollte, wurde heftig kritisiert, vor allem, weil es in den USA und Großbritannien auch seriöse Seiten, die in Wahrheit keine Content Farms waren, als solche abstrafte (Webstyle Blog berichtete).

Googles Panda-Update umfasst jetzt nahezu alle Sprachen

Am vergangenen Wochenende ist das Update der Suchalgorithmen auch auf den deutschen Google-Seiten gestartet. Auch international hat Google die Indizes für die Suche angepasst. Das Update betrifft nun alle Sprachen, mit Ausnahme von Chinesisch, Japanisch und Koreanisch. „Unsere Daten einer wissenschaftlichen Auswertung zeigen, dass diese Änderung die Suchqualität durchweg verbessert“, erklärt Google Fellow Amit Singhal im offiziellen Unternehmensblog. Was aber ist mit den Zweifeln, die bereits zur Ersteinführung des Panda-Updates in der Online-Welt, aufkamen? Schaffen es die veränderten Suchalgorithmen nun wirklich, effektiv gegen minderwertige Inhalte im Netz vorzugehen ohne gleichzeitig Seitenbetreiber zu Unrecht im Ranking herabzustufen?

Einfluss auf Suchergebnisse deutlich geringer als bei erstem Rollout

Immerhin: Google hat das Panda-Update nach dem ersten Rollout Anfang des Jahres insofern optimiert, als dass die Suchanfragen nicht mehr im Umfang von 12, sondern nur noch von sechs bis neun Prozent beeinflusst werden. Das senkt zumindest das Risiko, seriöse Seiten zu Unrecht als Content Farms abzustrafen.

Erste Gewinner und Verlierer des Updates bekannt

Aber genügt diese Änderung bereits, um Google Panda verlässlicher zu machen? Antworten auf diese Frage gibt das SEO-Blog  von „Searchmetrics“.
Dort wurde die Sichtbarkeit großer deutscher Internetseiten vor und nach dem Panda-Update erhoben und verglichen. So ließen sich Gewinner und Verlierer von Google Panda identifizieren. Das Ergebnis überrascht kaum, deckt es sich doch weitgehend mit den Erfahrungen aus den USA.  So sind in Deutschland neben Content-Farben vor allem Meta-Job-Börsen, Preisvergleichsdienste und Personensuchmaschinen von den Abstufungen im Ranking betroffen. Jene Seiten also, die kopierte Inhalte nicht anbieten, um ihr Ranking unzulässigerweise zu verbessern, sondern weil ihr Geschäft darauf basiert. Nach den Analysen von „Searchmetrics“ hat die bekannte Personensuchmaschien 123people.de zum Beispiel ganze 78,92 Prozent an Sichtbarkeit im Google-Ranling eingebüßt. Auch die Online-Enzyklopädie wissen.de hat demnach 57,81 Prozent ihrer Sichtbarkeit im Suchmaschinenranking verloren. Zu den Gewinnern des Panda-Updates gehören hingegen auffallend viele Nachrichtenseiten, beispielsweise das IT-Nachrichtenportal golem.de (Zuwachs von 21,27 Prozent) und stern.de (Zuwachs von 10,87 Prozent).
Bemerkenswert ist darüber hinaus, das mit android.com (plus 42,36 Prozent) und androidpit.com (plus 13,91 Prozent) gleich zwei Seiten der Google-Tochter nach dem Update höher gerankt werden, während der beliebte Preisvergleichsdienst ciao.de – eine Microsoft-Tochter – 58,79 Prozent seiner Sichtbarkeit im Ranking verliert.

Fazit: Google Panda noch immer problematisch zu bewerten

Es liegt auf der Hand, dass das Panda-Update auch Seiten abstraft, die augenscheinlich hochwertige Inhalte mit Mehrwert für ihre Nutzer bieten. Ganz unproblematisch ist das Panda-Update also auch nach den Änderungen infolge des ersten Rollouts nicht zu bewerten. Die Frage, wie unparteiisch Google bei der Entwicklung seiner neuen Suchalgorithmen war, sei einmal dahin gestellt. Es bleibt zu hoffen, dass der Suchmaschinenriese nach den ersten Erfahrungen mit Google Panda im deutschsprachigen Web noch einmal nachsteuert.

Was halten Sie von Google Panda? Hat sich das Update auch auf das Suchmaschinenranking Ihres Unternehmens ausgewirkt oder finden Sie, dass es kaum bemerkbar ist?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Beste Grüße
Franziska Bravo Roger

Google Panda nun auch in Deutschland

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