Sie setzen auf ein moralisch fragwürdiges Geschäftsmodell im Internet: Betreiber von sogenannten Content Farms füllen ihre Websites mit Inhalten fremder Seiten, die aber für gute Platzierungen in den Rankings der Suchmaschinen sorgen. Damit werden sie attraktiv für Werbepartner und verdienen gutes Geld. Für den Nutzer aber ergibt sich aus den kopierten Inhalten kein Mehrwert, sie stören lediglich bei der Suche nach neuen, tatsächlich relevanten Informationen.
Content Farms sind problematisch, weil sie die Suchalgorithmen von Google und Co. überlisten und so qualitativ höherwertige Seiten zu Unrecht auf die unteren Plätze in den Rankings verweisen. Dem versucht Google nun entgegenzuwirken. Die designierte Wunderwaffe dazu heißt „Panda“, ein Update der Suchalgorithmen, das sich auf gut zwölf Prozent der Suchergebnisse auswirkt.
Bessere Algorithmen als Antwort auf schlechten Inhalt
Bereits im Februar war Google Panda in den USA eingeführt worden. Vor einigen Tagen hat Google den neuen Suchalgorithmus auf alle englischsprachigen Google-Seiten weltweit erweitert. Im offiziellen Google-Blog hieß es dazu, das Update sorge dafür, Websites von geringer Qualität in den Rankings nach unten zu setzen und gleichzeitig bessere Rankingergebnisse bei hochwertigen Internetangeboten zu garantieren. Websites von geringer Qualität, das sind nach Angaben des Internetgiganten „sites which are low-value add for users, copy content from other websites oder sites that are just not very useful“ (Quelle).
Wirksame Maßnahme oder unerwünschte Folgen?
Ein neuer Suchalgorithmus, der Content-Farmen erkennt und sie bestraft. Das klingt nach einer gerechten Maßnahme. Im Umkehrschluss hieße das: Wer gute und seriöse Inhalte im Web erstellt, kann von Google Panda nur profitieren. Oder nicht?
Im Internet werden bereits die ersten Stimmen laut, das Update könne Seiten zu unrecht treffen und beispielsweise Weblogs in den Rankings nach unten setzen, die in Wirklichkeit keine Content-Farmen sind. Hinter diesen Kritiken steht die Furcht davor, dass die maschinellen Suchalgorithmen die Qualität von Inhalten nicht verlässlich beurteilen können. Vielleicht ist sie nicht ganz unbegründet. Nach einer Erhebung von Sistrix ist das Online-Ratgeberprtal eHow der größte Verlierer des Panda-Updates. Es hat 84 Prozent seiner Sichtbarkeit im Web verloren. Es fällt außerdem auf, dass Ciao, die Verbraucher-Community des Google-Konkurrenten Microsoft Bing, von Panda offenbar ebenfalls als Content Farm kategorisiert wurde. Der Sistrix-Erhebung nach hat das bekannte Portal 81 Prozent seiner Sichtbarkeit verloren.
Immerhin aber scheint Google alles daran zu tun, Panda so zu entwickeln, dass eine unrechtmäßige Benachteilugung seriöser Webangebote, auszuschließen ist. Zumindest hat der Konzern lange an diesem Update gefeilt und optimiert es permanent weiter: „We’ve been tackling these issues for more than a year, and working on this specific change for the past few months [...] We’ll continue testing and refining the change before expandig to additional languages“, heißt es im Google-Blog (Quelle).
Was halten Sie generell von der Idee, Content-Farmen im Internet zu bekämpfen? Und wie stehen Sie zu der konkreten Umsetzung mit dem Panda-Update?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare.
Viele Grüße
Franziska Bravo Roger