Bereits seit Ende 2009 können Nutzer mit Google-Account bei ihrer Suche im Internet auf persönliche Empfehlungen von Freunden zurückgreifen. Nun macht Google einen großen Schritt nach vorn. Bisher passte Google in regelmäßigen Abständen vor allem seinen Suchalgorithmus (Rankingfaktoren) an, um seinen Nutzern immer bessere und vor allem passendere Suchergebnisse liefern zu können. Nun geht Google einen anderen, einen sozialeren Weg, der in Sachen SEO (zu Deutsch: Suchmaschinenoptimierung) einiges verändern könnte.

Facebook als Vorreiter

Dass Empfehlungen von Freunden bei der Suche im Internet immer wichtiger werden, hat bereits vor einigen Monaten Googles Konkurrent Facebook erkannt. Das Ziel von CEO Mark Zuckerberg: Die erste wirklich soziale Suche im Internet etablieren. So berücksichtigt die netzwerkinterne Suche seit August 2010 die „Gefällt Mir“-Bewertungen von Freunden und zeigt nun neben Nutzerprofilen auch externe Webseiten an, die den „Gefällt Mir“-Button auf ihrer Seite integriert haben. Facebook kooperiert zusätzlich seit Oktober 2010 mit Microsoft. Dessen Suchmaschine Bing lässt sich mittlerweile mit Facebook-Empfehlungen verfeinern.

Googles Social Search gewinnt an Relevanz

Um den Anschluss an den Konkurrenten nicht zu verlieren, hat Google nun die Gewichtung seiner „sozialen“ Suchergebnissen erhöht. Soziale Empfehlungen sind dabei z.B. Beiträge oder Webseiten, die von Freunden über Twitter, Buzz, Flickr, Youtube und Co. weiterempfohlen wurden. Solche „empfohlenen“ Suchergebnisse wurden bisher am Ende der Suchergebnisseite angezeigt. In der überarbeiten Social Search von Google erscheinen diese nun prominent mitten in den natürlichen Suchergebnissen. Unter dem „sozialen“ Ergebnis wird dann mit Name und Foto angezeigt, wer die Empfehlung ausgesprochen hat. Die Position des sozialen Suchergebnisses hängt dabei von der Relevanz in Bezug auf die eingegebene Suchphrase ab.(Quelle)

Mögliche Folgen für die SEO

Robert Basic hat es auf seinem Blog schon richtig erkannt. Sollte Google sein soziales Konzept weiter stricken, könnten SEO-Spezialisten ernsthaft ins Schwitzen kommen. Denn Googles soziale Suche macht möglicherweise bald viele bisherige Optimierungsarbeiten für die Suchmaschinenplatzierung zu Nichte. Google hat zwar im Zuge der Relevanzerhöhung sozialer Elemente seinen bisherigen Algorithmus nicht grundlegend verändert, wird aber wohl in Zukunft verstärkt auf die Einbindung dieser Ergebnisse setzen. Für Unternehmen, die bisher noch gar nicht im Bereich Social Media aktiv waren, wird es also höchste Zeit zu reagieren.

Natürlich steht und fällt der Erfolg der neuen sozialen Suche mit der Beteiligung der Nutzer. Immerhin muss man mit seinem Google-Account eingeloggt sein und seine sozialen Profile mit diesem verknüpft haben, um auf die empfohlenen Suchergebnisse zurückgreifen zu können. Datenschutzsensiblen Nutzern wird dies ein Dorn im Auge sein. Zudem steht die Funktion momentan nur auf google.com zur Verfügung.

Wie bewerten Sie die Veränderungen bei Bing und Google hin zu von Freunden empfohlenen Suchergebnissen? Bietet es genug Vorteile, um bei Ihnen die Bereitschaft zu wecken, Ihre sozialen Profile z.B. mit einem Google-Konto zu verknüpfen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße,

André Nagel

Googles soziale Suche: SEO-Herausforderung

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