Wer kennt es nicht? Man fotografiert und fotografiert, nur um am Ende festzustellen, dass doch nicht genau der Bildbereich scharf gezeichnet ist, der es eigentlich sein sollte. Trotz immer besserer Bildstabilisatoren und immer höherer ISO-Werte, knackscharfe Bilder gelingen nur in den wenigsten Momenten und das zumeist auch nur mit Stativ. Zwar kann man bei einer Standbild-Aufnahme solange Fotos schießen, bis das perfekte Foto dabei ist. Bei Schnappschüssen und Momentaufnahmen ist das allerdings nur bedingt möglich und im Nachhinein auch besonders ärgerlich, sollte das Bild dann doch verwackelt und unscharf sein.
 
Damit soll nun Schluss sein. Der amerikanische Hersteller Lytro hat in der vergangenen Woche die erste Fotokamera mit einem neuartigen Lichtfeld-Bildsensor vorgestellt. Lytro selbst beschreibt seine neue Kamera mit den Worten: „Introducing a new way to take and experience pictures.“
 
Das revolutionär Neue: Der Sensor registriert Informationen zum Lichtfeld. Neben der Richtung der Lichtstrahlen erfasst er deren Wellenlänge sowie Intensität. Bei der Aufnahme eines Motivs gibt es dadurch kein Scharfstellen bzw. Fokussieren mehr. Kein Fokussieren bedeutet auch keine Zeitverzögerung. Stattdessen werden im Moment der Betätigung des Auslösers die kompletten Lichtfeld-Daten des Motivs aufgezeichnet. Im Ergebnis entstehen nicht nur farbintensive und hervorragend ausgeleuchtete Aufnahmen, sondern der Nutzer hat auch die Möglichkeit, den Fokusbereich des Bildes im Nachhinein festzulegen. Kurz zusammengefasst heißt das, einfach abdrücken und danach entscheiden, welcher Bereich des Fotos scharf sein soll. Wer das selbst einmal ausprobieren möchte, kann dies in der Picture Gallery auf der Lytro-Website.
 

Die Lytro-Kamera im Detail

So spektakulär der neue Lichtfeld-Daten erfassende Bildsensor ist, so unspektakulär ist dagegen das äußere Erscheinungsbild. Der in drei Farben erhältliche Tubus erinnert mehr an eine Videokamera, als an eine Fotokamera. Mehr als drei Knöpfe (An/Aus-Schalter, Zoom und Aufnahme) und einen 3,3cm Touchscreen gibt es am Gehäuse nicht. Die Lytro-Kamera wird es in zwei Varianten mit 8 (350 Bilder) und 16GB 8750 Bilder) Speicher geben. Mehr als der 8-fach optische Zoom überzeugt der über den gesamten Zoombereich zur Verfügung stehende Blendenwert von f/2. Die Auflösung der Aufnahmen beträgt dabei 11 Megarays, die der Hersteller mit „HD-Qualität“ umschreibt. Und das könnte wohl auch der Haken sein, denn „HD-Qualität“ kann und wird wohl bedeuten, dass es sich um eine Auflösung im unteren Megapixelbereich handelt. Spätestens hier werden viele die mit der Lytro geliebäugelt haben, wieder Abstand davon nehmen.
 
Eine passende und für jedermann frei verfügbare Software liefert Lytro übrigens gleich mit. Das Beste daran: Versendet man ein mit der Lytro-Kamera aufgenommenes Bild an einen Freund, kann dieser mit seiner Software wieder Fokus- bzw. Schärfebereich des Bildes neu festlegen und damit experimentieren.

Fazit: Der Anfang ist gemacht

Abseits der revolutionären Technologie präsentiert sich die Kamera noch sehr puristisch und wenig an die Bedürfnisse professioneller Fotografen angepasst. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt ist die Lytro wohl eher etwas für Gelegenheits- und Partyfotografen, als für Profis. Aber die Zukunft lässt hoffen. Immerhin ist es die erste Version einer vollkommen neuen Kameratechnik. In Zukunft sollen z.B. auch 3D-Fotos mit der Lytro möglich sein.
 
Was halten Sie von der neuen Lytro-Kamera? Könnte es unsere bisherige Art zu fotografieren, radikal verändern?
 
Ich freu mich auf Ihre Kommentare,

André Nagel

Lytro – Die Revolution des Fotografierens

Lytro - Die Kamerarevolution mit Lichtfeldern

Die neue Lytro-Kamera gibt es in drei Farben und als 8 bzw. 16GB-Variante

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