Intensive Nutzer von Facebook, Twitter & Co wird es freuen. Es gibt endlich einen eigenen Browser für die Generation Web 2.0; sein Name: RockMelt. Ganz so neu ist die Idee natürlich nicht. Immerhin gibt es schon seit 2007 den Social Web Browser „Flock“. Zurzeit steht RockMelt nur als Betaversion und auf Einladung des Entwicklerteams zum Testen zur Verfügung. Der neue Browser ist konsequent auf die Nutzung sozialer Netzwerke ausgelegt. Dies zeigt auch der Umstand, dass sich RockMelt erst nach dem Anmelden mit einem Facebook-Konto überhaupt verwenden lässt.

Das Äußere erinnert dabei stark an den Google-Browser Chrome. Das liegt auch daran, dass die Software auf Googles Open-Source-Projekt „Chromium“ basiert. Neu ist bei RockMelt vor allem die Integration sozialer Netzwerke direkt in die Browser-Oberfläche. So finden sich rechts und links der Website-Ansicht Leisten zur Darstellung von Informationen der einzelnen Netzwerke. Auf der linken Seite kann man so ständig im Auge behalten, wer von seinen Freunden gerade bei Facebook online ist. Ein PopUp-Fenster ermöglicht dabei sofortiges Chatten und den Blick auf die Pinnwand der Freunde. Der eigene Status lässt sich schnell und unkompliziert über ein PopUp-Fenster updaten. Die individuell konfigurierbare rechte Leiste gewährt z.B. einen Blick auf die aktuelle Twitter-Timeline oder einen RSS-Feed. Zusätzlich werden hier auch die eigenen Erweiterungen für den Browser angezeigt. Besonders komfortabel gestaltet sich mit RockMelt das Weiterempfehlen von gerade besuchten Webseiten und Inhalten. Direkt in der Adressleiste bei RockMelt ist zu diesem Zweck ein „Share-Button“ untergebracht. So lassen sich automatisch Links verkürzen und an das eigene Profil bei Facebook oder Twitter, zusammen mit einer kurzen Nachricht, weiterleiten. Das oben rechts implementierte Suchfeld greift nicht nur auf Google zurück, sondern durchsucht auch gleich die eigene Facebook-Kontaktliste.

Gerade Nutzer mit hohen Datensicherheitsanforderungen werden allerdings von RockMelt Abstand nehmen. Nicht nur, dass der Browser viele Daten sammelt, er verlangt natürlich auch den Vollzugriff auf das eigene Facebook-Konto. Das ist Segen und Fluch zugleich. So speichert RockMelt alle Einstellungen des Nutzers auf einem Server. Die Nutzer geben in diesem Fall ihre Daten aus der Hand, können im Gegenzug allerdings auch von jedem anderen Rechner aus darauf zugreifen. Das RockMelt noch einiges an Entwicklungsarbeit bevorsteht, zeigen die Kinderkrankheiten der Beta-Version. Unter anderem gestaltet sich die Facebook-Bedienung noch ein wenig hakelig und die Unterstützung von Direktnachrichten über Twitter fehlt noch gänzlich. Generell scheint es noch häufiger zu Verbindungsproblemen mit dem Twitter-Dienst zu kommen.

Facebook selbst ist übrigens nicht an der Entwicklung des Browsers beteiligt. Finanzielle Unterstützung erhält RockMelt deshalb vor allem von Browser-Pionier Marc Andreessen, dem Gründer von Netscape. Indirekt ist man so doch wieder mit Facebook verbunden, denn Andreessen sitzt in beiden Unternehmen im Aufsichtsrat.

Wie erfolgreich RockMelt wirklich bei der Generation 2.0 sein wird, ist noch nicht abzusehen. Immerhin fristet Konkurrent „Flock“ auch nach drei Jahren noch ein Nischendasein. So sind die Erwartungen der Entwickler auch eher gedämpft. Man strebt erst einmal an, 1 Millionen Nutzer zu gewinnen.

Was halten Sie von dem neuen Social Web Browser? Nutzen Sie Soziale Netzwerke so intensiv, dass sich ein Umstieg auf RockMelt für Sie lohnen würde?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße,

André Nagel

RockMelt! Facebook und Web 2.0 Browser

Neuen Kommentar schreiben