Große Unternehemen wie Kodak, E-Plus und die Allianz haben erkannt: Professionelle Social Media-PR ist keine Aufgabe für „nebenbei“. Um ihr Unternehmen ins Web 2.0 zu führen, haben sie ein neues Stellenprofil geschaffen: den Social Media Manager.

„Im Wesentlichen ist es meine Aufgabe, digitale Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben“, beschreibt der Social Media Manager von E-Plus, Sachar Kriwoj, seine Arbeit. (Quelle) Dazu gehört es beispielsweise, in sozialen Netzwerken Stimmungen und Trends aufzuspüren und sie ins eigene Unternehemen zu tragen. Social Media Manager informieren auf Facebook über Neuigkeiten aus ihrem Unternehmen und entwickeln Strategien, die die Firmenziele ins Web 2.0 übersetzen. Sie verfolgen Diskussionen in Blogs und auf Twitter, setzen sich mit Feedback und Anfragen auseinander und interagieren mit relevanten Meinungsführern und Multipliaktoren im Mitmach-Web. Am meisten Zeit kostet es nach Ansicht von Eveline Hauptkorn, auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben: „ Ich muss jeden Tag viele News lesen aus unserem Unternehmen, aus der Branche und natürlich zu den allgemeinen Marketing, CRM- und sonstigen Online-Themen“, berichtet die Social Media Managerin von O2 bei pr-blogger.de. (Quelle)

Profil eines Social Media Managers

Prof. Karsten Wendland von der Hochschule Aalen hat sich aus wissenschaftlicher Perspektive mit diesem neuen Berufsbild auseinandergesetzt. Seiner Einschätzung nach erfordert Social Media-PR vielseitig qualifiziertes Fachpersonal. Der ideale Social Media Manager verfügt demnach über technisches Spezialwissen auf dem Gebiet des Web 2.0 und ist zugleich ein PR-Profi, der „die Besonderheiten von Kommunikation über digitale Medien und deren Wirkung und Folgen kennt, deuten und deeskalieren kann“. Neben diesen fachlichen Qualifikationen sollte ein „Berufs-Twitterer“ nach Ansicht von Adidas-Social Media-Manager Christian Kuhna vor allem offen und aufgeschlossen für Neues sowie grundsätzlich ein eher extrovertierter und kommunikativer Mensch sein. (Quelle)

Mit der Social Media Akademie zum “Berufs-Twitterer”

Die meisten Social Media Manager kommen aus der klassischen Unternehmenskommunikation und bereichern ihr Profil mit dem nötigen technischen Know-How. Dazu gibt es inzwischen Weiterbildungseinrichtungen wie die Social Media Akademie. Erfahrene Praktiker vermitteln hier Fachwissen rund um das dynamische Themenfeld – vom Aufbau einer Social Media-Präsenz über den Dialog mit Kunden bis hin zur Erfolgsmessung.

Wie schätzen Sie die Professionalisierungstendenzen im Bereich der Social Media-PR ein? Glauben Sie, dass sich der Social Media Manager bald auch in kleineren und mittelständischen Unternehmen etabliert? Welche fachlichen und persönlichen Eigenschaften sollte ein solcher „Berufs-Twitterer“ Ihrer Meinung nach mitbringen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Beste Grüße

Franziska Bravo Roger

Quellen:

- Wendland, Karsten, 2010: Hoffen auf den Chief Social Media Officer“. In: Information Management Consulting 25/2010. S. 29-32.

- Mathauer, Veit, 2010: Steuerung statt Anarchie. Moderne Unternehmen brauchen einen Chief Social Media Officer (CSMO).

- Retting, Daniel, 2011: Social Media Manager. “Ich bin immer online”. Interview in der Wirtschaftswoche.

- Eck, Klaus, 2011: Christian Kuhna. Social Media Management by adidas. Interview auf pr-blogger.de.

- Eck, Klaus, 2011: Eveline Hauptkorn. Social Media Management by O2.

- Eck, Klaus, 2011: Markus Walter. Social Media Management by Allianz. Interview auf pr-blogger.de.

- Niederstadt, Jenny, 2011: Was Berufstwitterer den ganzen Tag machen. In Wirtschaftswoche.

Social Media Manager. Ein Berufsfeld mit Zukunft

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