Dass jedes Unternehmen einen eigenen Internet-Auftritt braucht, um in der modernen Gesellschaft erfolgreich zu sein, ist wohl unumstritten.
Allerdings gibt es zunehmend noch weitere Möglichkeiten, sich und sein Unternehmen zu präsentieren. Insbesondere soziale Netzwerke wie Facebook, Google Plus, Twitter oder Xing kann man als Unternehmer nutzen, um sich bei seinen Kunden oder bei weiteren Interessenten bekannter zu machen.
Social Media Marketing wird häufig als vor allem auf international agierende Unternehmen zugeschnittene Kommunikationsform wahrgenommen bzw. nur als relevant für große nationale Unternehmen empfunden. So haben beispielsweise die Facebook Seiten von großen Unternehmen wie z.B. Henkel, Nivea oder L’orèal tausende von Fans. Sie pflegen die Inhalte regelmäßig und zeigen sich dialogorientiert.
Aber auch für den Autohändler oder das Bistro aus der Region kann sich ein Social Media Profil durchaus lohnen. Natürlich ist es eine feine Sache möglichst viele Twitter Follower oder Facebook Fans zu haben. Nur bringen dem Autohaus Mustermann aus Meerbusch Follower aus Texas nicht viel. Es geht darum Menschen aus der Umgebung zu finden, die auf den Plattformen aktiv sind. Facebook bietet dafür eine Suchfunktion, die die regionale Filterung ermöglicht und auch Twitter verfügt über ein entsprechendes Tool (
www.refollow.com).
Wenn das Unternehmen regional aktiv ist, dann sollte es auch regional bezogen posten. Allgemeine Informationen sind schön, regionale Informationen interessieren die Zielgruppe aber mehr. Wenn beispielsweise der Firmensitz in Köln liegt, dann kann man schreiben, wie schön der Weihnachtsmarkt dieses Jahr war. Liegt er in Duisburg, dann bietet sich eine interessante neue Premiere im Schauspielhaus an. Es können also auch Inhalte kommuniziert werden, die gar nicht direkt etwas mit dem eigenen Unternehmen zu tun haben, sondern eher dem Aufbau einer persönlichen Beziehung zu den Followern und Fans dienlich sind.
Viele große Unternehmen sollten diese Regel genauso beachten, wie die kleinen und mittelständischen. Ein häufiger Fehler bei Social Media Kampagnen ist, dass fast ausschließlich Unternehmensinformationen oder Produktinformationen gepostet werden. Das Resultat ist in der Regel eine einseitige Kommunikation zwischen Unternehmen und User. Wichtig ist, dass der User auf den Post reagieren kann und so ein Dialog entsteht. Die Menschen in den Netzwerken sollen auch an den Erfolgsgeschichten des Unternehmens teilhaben. Wenn ein großer Auftrag mit Firma XYZ abgewickelt wurde oder ein Bauunternehmen ein besonderes Objekt fertig gestellt hat, dann gehört diese Information zu den News. Wichtig ist nur, dass diese Art von Referenzwerbung mit den Kunden abgesprochen wird und sie einverstanden sind. Die geposteten Fotos und Videos sowie Veranstaltungen können zusätzlich mit Texten versehen werden.
Jede Facebook Fanseite hat das Ziel, möglichst viele relevante Fans an sich zu binden. Relevant deshalb, weil sich der Interaktionsgrad (viele “Gefällt mir”, Kommentare und geteilte Beiträge von Fans mit ihren Facebook-Freunden) auch daraus ergibt, ob sich die Fans überhaupt für das Thema der Fanseite interessieren, und wie ansprechend die Inhalte dieser Fanseite sind. Je höher die Anzahl der relevanten Fans auf der Fanseite, umso höher ist die Reichweite. Der Aufbau von Profilen mit einer attraktiven Kontaktdichte dauert eine Weile und beansprucht eine Menge Arbeit. Arbeit, die sich lohnt.
Solch ein Social Media Profil mit viel Mitmachpotential ist zudem relativ kostenlos einzurichten und zu pflegen. Trotz eingeschränkter Gestaltungs- und Kontrollmöglichkeiten lassen sich diese Social Media Präsenzen gut an das eigene Unternehmen anpassen, sei es über einen individuell gestalteten Hintergrund wie bei Twitter oder eine extra eingerichtete Startseite auf Facebook. An die Individualität eines eigenen Internetauftritts wird die optische Profilgestaltung natürlich nie heranreichen. Zu bedenken ist auch, dass sich die Rahmenbedingungen eines Netzwerkes schnell ändern können bzw. ein Netzwerk auch geschlossen werden kann. Es ist daher sinnvoll sich zwar auch, aber nicht nur auf Social Media zu konzentrieren.
Sind Sie mit Ihrem Unternehmen bereits in Social Media präsent? Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?
Ich freue mich auf Ihre Kommentare,
Dorothea Zeidler
Quellen: