Wie gestaltet man eine erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagne? Darauf weiß das österreichische Traditionsunternehmen Manner eine Antwort. Es hat den bekannten Ohrwurm „Mah-na-Mah-na“ aus der Muppet Show in „Manner-Manner“ umgetauft und ihn zum sympathischen Markensong gemacht – gesungen von niemand geringerem als den eigenen Fans. Auf einer Online-Plattform können Liebhaber der Süßware ihre Version von „Manner-Manner“ als Videobotschaft hinterlassen. Das gesamte Songmaterial – inzwischen beläuft es sich schon auf mehr als zehn Stunden – soll schließlich zum längsten „Manner-Manner-Song“ der Welt zusammengemixt werden. Eine spaßige Angelegenheit und ein Lehrbuch würdiges Beispiel für gelungenes Crowdsourcing. Und wieder so ein Modebegriff. Was heißt das eigentlich, etwas in die „Crowd“, also die Menschenmenge, auszulagern? Gemeint ist damit die unternehmerische Strategie, eine üblicherweise entgeltlich von Erwerbstätigen erbrachte Leistung in die Hände der breiten Masse zu geben. Mit einem offenen Aufruf wird die Menschenmenge dabei zum Mitmachen eingeladen. Das Internet eignet sich dazu besonders gut, weil es die technologische Möglichkeit dafür bietet, die Crowd zu erreichen und ihre Beiträge zu bündeln. Den initiierenden Unternehmen bringen Crowdsourcing-Kampagnen im besten Fall eine intensivierte Interaktion mit Kunden und weiteren Zielgruppen. Vor allem aber fördern sie das Bewusstsein für die dahinter stehende Marke. Was man bei der Umsetzung einer solchen Aktion beachten sollte, verrät die Harvard Busines Review in ihrem Blog. Immer öfter stolpert man aber auch über gelungene und weniger gelungene Beispiele von bisher gestarteten Croudsourcing-Kampagnen. Da wäre zum Beispiel die Telekom-Aktion, die Deutschland im vergangenen Herbst für einen Werbespot musizieren ließ. Wie jetzt Manner hat die Telekom die „Million Voices“ über eine Online-Plattform gesammelt. Mobile Internetnutzer konnten ihren Beitrag sogar mittels Smartphone-App einsingen. Das Ergebnis, Deutschlands größten Online-Chor zu Neneh Cherry und Youssou N’Dour „7 Seconds“, konnte schließlich jeder im Fernsehen sehen. Vielleicht weniger musikalisch, aber nicht weniger kreativ waren die Teilnehmer des McDonald’s-Online-Wettbewerbs „Mein Burger“. Die Fastfood-Kette hatte ihre Kunden dazu aufgerufen, im Internet virtuelle Burger zu kreieren. Innerhalb von fünf Wochen kamen so mehr als 100.000 Burgervariationen zusammen, unter denen die Community ihre Favoriten wählen sollte. Gewonnen hat Steve K. mit seinem „Just Stevinho“. Im Juli will McDonald’s diesen und die vier anderen Finalisten-Burger in seine Filialen bringen. Ob nun gratis Sänger oder kreative Produktideen – gut ausgeführt können Crowdsourcing-Kampagnen für Unternehmen wirtschaftliche Vorteile erbringen. Aber natürlich bergen diese interaktiven Aktionen auch Gefahren, immerhin geben die Unternehmen damit ein Stück Kommunikationshoheit aus der Hand. Initiatoren sollten sich also immer auch bewusst sein, dass unerwartete Dinge passieren können. Gezeigt haben das zum Beispiel die bekannten Crowdsourcing-Aktionen von Otto und Pril. Das Versandhaus Otto hat im vergangenen Jahr auf Facebook zu einem Modelcontest aufgerufen. Fans konnten sich mit Fotos bewerben, die Community sollte das schönste daraus wählen. Die meisten „Likes“ unter den rund 50.000 eingesandten Bildern bekam ein Koblenzer Student, der eigentlich zum Spaß unter dem Decknamen „Brigitte“ in Damenkleidern posiert hatte. Ähnlich überraschend endete auch Prils Facebook-Wettbewerb, bei dem der Spülmittelhersteller von den Fans eigens gestaltete Etiketten-Designs gesammelt hat. Unter ihnen waren auch kuriose, aber sehr beliebte Entwürfe wie ein Monstergesicht oder ein Grillhähnchen mit der Aufschrift „Schmeckt lecker nach Hähnchen“. Was die Facebook-Community mit vielen Likes honorierte, gefiel der offiziellen Pril-Jury wohl gar nicht. Sie aber sollte die endgültige Wahl treffen. So gewannen am Ende die Entwürfe aus den Top Ten mit den wenigsten Stimmen. Die Fans waren enttäuscht, fühlten sich bevormundet. Experten bewerteten die zunächst Erfolg versprechende Aktion anschließend mehrheitlich als PR-Flop. Otto hingegen reagierte auf die Situation mit einer gehörigen Portion Humor: „Brigitte, aus der Nummer kommst du nicht mehr raus!“, verkündete der Konzern auf seiner Facebookseite und lud den Liebling der Fans wie angekündigt zum Fotoshooting ein. Zwei Wochen lang war „Brigitte“ danach das Gesicht der Fanpage und der Erfolg der Kampagne gab den Initiatoren Recht. Alles in allem sorgt der aktuelle Crowdsourcing-Hypes immer wieder für unterhaltsame Kampagnenbeispiele. Wir sind gespannt, was uns als nächstes erwartet! Wie gefallen Ihnen die vorgestellten Crowdsourcing-Aktionen? Sind auch Sie im Netz schon einmal auf kreative Kampagnen dieser Art gestoßen und haben Sie sich vielleicht auch bereits selbst aktiv daran beteiligt? Ich freue mich auf Ihre Kommentare! Viele Grüße Franziska Bravo Roger   Quellen und weiterführende Links: Kaczmarek, Christian: Crowdsourcing Artikel zum Thema “Business Ideas from the Crowd” im Harvard Business Review Blog Aktion “Sing und gewinn mit Manner” Medieninformation der Telekom zu “Million Voices” Mc Donald’s Pressmitteilung zu “Mein Burger” Aktion “Mein Pril – Mein Stil” Kritik der “Mein Pril – Mein Stil”-Kampagne von Cloudthinkn Vergleich der Crowdsourcing-Aktionen von Telekom und Otto im Wanoola Blog

Wie Unternehmen mit der Kreativität der Crowd arbeiten

Neuen Kommentar schreiben